Minimalschuh Nike Free 5.0  (16.6.2014)


Meine neuen Laufschuhe: Nike Free 5.0.

 

Warum Minimalschuh?

  1. Trainiert die Fußmuskulatur
  2. Zwingt zum Mittelfußlauf (Natural Running)
  3. Natürliches Laufgefühl
  4. Schuh ist sehr leicht (gut bei langen Strecken)

 

 

 

Hier einige Anmerkungen zum Thema Minimalschuh:

In den letzten Jahren waren Schuhe mit Superdämpfung (Gel, Air…) und starker Stützung des Fußes das Optimum im Laufsport. .....dachte man zumindest.
Durch die gedämpften Laufschuhe entwickelte sich aber der Trend  zum Fersenlauf, welcher besonders das Kniegelenk überproportional belastet.  Diese Entwicklung lag zum Teil auch an den Herstellern, da diese immer wieder Laufschuhe mit neuen Dämpfungs- und Stützsystemen auf den Markt brachten. Hier ist aber nun das Ende der Fahnenstange erreicht. Wenn man sich die Laufschuhe der letzten Jahre auf dem Markt betrachtet, unterscheiden sich die Innovationen der Hersteller kaum noch voneinander. Kaufargumente für eine bestimmte Marke waren nur noch Design, Bekanntheit, Exklusivität - oder der beste Werbespot.

Da die Hersteller von Laufschuhen aber auch weiterhin ihre Produkte an den Mann oder die Frau bringen wollen, müssen sie immer auf neue Trends setzen. An diesen Punkt sind wir nun mal wieder mit den Minimalschuhen und der „neuen“ Erkenntnis, dass der Mensch auch ohne supergedämpfte Schuhe sehr gut lange Strecken laufen kann (und sollte). Die Evolution hat uns nämlich zu hervorragenden Langstreckenläufern gemacht, und das funktioniert am besten durch natürliche Bewegungsabläufe. Diese kann man zwar unterstützen, sollte sie aber  durch den Laufschuh nicht so stark beeinflussen, dass es zu unnatürlichen Bewegungsmustern kommt.

 

Sinnvoll sind dämpfende und stützende Laufschuhe eigentlich nur bei extremen Fehlstellungen des Fußes oder anderen orthopädischen Problemen.

Die neuen Minimalschuhe besitzen keine (wenig) Dämpfung, stützen den Fuß nicht und haben eine flache Sprengung, d.h. kein „Gefälle“ vom Absatz zur Fußspitze. Die extremste Form der Minimalschuhe sind Barfuß- oder Zehenschuhe. Das sind im Prinzip Zehensocken mit stabilen Laufsohlen, welche den Fuß nur vor Steinchen schützen sollen. Das sieht dann schon recht gewöhnungsbedürftig aus und ist sicher nur für extreme Minimalisten geeignet. Ich habe diese selbst einmal im Laufladen getestet. Es ist ein sehr angenehmes Laufgefühl. Die „normalen“ Minimalschuhe reichen aber erst einmal völlig aus.

 

Welche Vorteile haben aber die Minimalschuhe gegenüber den üblichen gedämpften Laufschuhen?

Minimalschuhe vermitteln ein natürliches Laufgefühl mit guter Rückmeldung an den Fuß und zwingen zum Mittel- oder Vorderfußlauf (Natural- Running). Dieser Laufstil ermöglicht eine bessere und natürlichere Dämpfung als alle Dämpfungssysteme in den Laufschuhen. Das größte Problem beim Laufen (nicht Gehen, sondern schnelles Laufen) ist die hohe Belastung der Gelenke. Besonders das Kniegelenk muss bei einem Laufstil, bei dem man mit dem gestreckten Bein aufkommt die Aufprallenergie des 4 fachen Körpergewichtes aufnehmen. Das kann und wird auf Dauer zu Verletzungen führen. Beim Natural- Running wird durch ein stärker gebeugtes Knie das Aufsetzen abgefedert und ein Teil der Aufprallenergie von Fußgelenk und Wadenmuskulatur abgefangen. Durch den leicht nach vorn gebeugten Körper und die kürzeren Bodenkontaktzeiten wird das Laufen insgesamt auch effektiver.

 

Im Gegensatz zu den Minimalschuhen verleiten stark gedämpfte Laufschuhe dazu, mit der Ferse aufzusetzen. Das entspricht aber nicht einem natürlichen Laufstil. Um das zu verdeutlichen, sollte man einfach einmal versuchen Barfuß vom Gehen in einen schnelleren Lauf zu wechseln. Beim schnelleren Barfußlaufen wird reflexartig niemand mit der Ferse, sondern automatisch mit dem Mittel- oder Vorderfuß aufsetzen.

Bis man sich an den neuen Laufstil im Lauftraining gewöhnt hat ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein langer Weg. Denn da wir auch im normalen Leben meist Schuhe mit Stützelementen tragen sind unsere Füße verwöhnt. Hier gleich auf Minimalschuhe umzusteigen währe der falsche Ansatz.

 

Ein langsames Aufbautraining, welches besonders die Fuß- und Wadenmuskulatur trainiert, ist  die Basis für den Umstieg. Am besten mit seinen gewohnten Laufschuhen die ersten Kilometer bewusst über den Mittel- oder sogar den Vorderfuß laufen. Dabei spürt man die bisher vernachlässigten Muskeln sehr deutlich. Zur Abwechslung durchaus auch zwischendurch mal wie „früher“ Laufen. Dies dient der Erholung und beugt Überlastungen vor. Oft tauchen, besonders zum Anfang, Probleme mit der Achillessehne auf. Hier hilft nur eine Reduzierung der Trainingsbelastung. Die Umstellung dauert lange und falscher Ehrgeiz ist hier  fehl am Platze. Sind die ersten Kilometer ohne weitere Beschwerden absolviert, hat man den Umstieg geschafft.

Zur Erholung der Füße im normalen Leben, für lange Tage in Festem Schuhwerk oder bei Fußfehlstellungen sind Schuhe mit Stützelementen durchaus sinnvoll. Barfußlaufen (zu Hause, am Strand, auf der Wiese…) hilft unseren Füßen aber mehr alles andere.

 

Da nun so langsam alle Hersteller auf den Trend der Minimalschuhe aufgesprungen sind, wird das Angebot immer größer. Wie bei den „normalen“ Laufschuhen gilt aber auch hier: Es gibt kaum wirklich schlechte Minimalschuhe. Die Preise liegen bei ca. 100 €, wobei die Barfuß- oder Zehenschuhe deutlich teurer sind.

 

Meine bisherigen Laufschuhe waren immer von Nike also habe ich mich für den Nike Free 5.0 entschieden. Dies ist ein weniger extremer Minimalschuh und soll ein langsames herantasten ermöglichen. Mit diesen Schuhen habe ich nun schon einige Kilometer hinter mir, und bin wirklich begeistert.

Beim Nike Free zeigt die Ziffer das Komfortlevel an. Je kleiner die Zahl umso näher am Minimalismus. Es gibt den Nike Free 5.0, den 4.0 und den 3.0.