Aerober / Anaerober Bereich


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Wie funktioniert die Bereitstellung von Energie in den Muskeln?

Das Herz pumpt Blut über den Kreislauf in die Muskeln. Dort gibt das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an die arbeitenden Muskelzellen ab. Das Blut fließt zurück zur rechten Herzkammer und wird von dort in die Lunge gepresst, in der es Sauerstoff aufnimmt und Kohlendioxid abgibt. Von der Lunge strömt das Blut in die linke Herzhälfte, die das frische Blut wieder in die Muskeln pumpt.
Je anstrengender die Trainingseinheit ist, desto mehr Sauerstoff benötigen die Muskeln, desto schneller muss das Herz arbeiten und desto schneller muss der Sportler atmen.
Muskeln können Energie durch die Verbrennung von Fett und Kohlenhydraten zur Verfügung stellen. Auf eine weitere Form der Energiebereitstellung, das Kreatinphosphat wird hier nicht eingegangen. Die Fettdepots stellen im Prinzip einen nahezu unerschöpflichen Energiespeicher dar. Selbst austrainierte Sportler mit einem sehr niedrigen Körperfettanteil besitzen immer noch genügend Fettreserven, um lange Distanzen zurücklegen zu können.

Kohlenhydrate wiederum werden in den Muskeln und der Leber in Form von Glykogen gespeichert. Während das  Glykogen in der Leber hauptsächlich der Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels dient, steht das Glykogen in den Muskeln für eine schnelle Energiegewinnung bereit.
Im Gegensatz zu den Fettspeichern stehen Kohlenhydrate nur sehr begrenzt zur Verfügung. Durch regelmäßiges Training und kohlenhydratreiche Ernährung können die Kohlenhydratspeicher vergrößert werden.

Doch warum zwei Arten von Energiegewinnung?

 

   

Jede Art der Energiegewinnung hat ihre spezielle Aufgabe. Energiegewinnung durch Fettverbrennung ist für lang anhaltende (aber langsamere) Belastungen des Köpers zuständig. Die Kohlenhydratverbrennung liefert kurzzeitig große und schnelle Energie.

Alle Energiebereitstellungen (Fett- und Kohlenhydratverbrennung) funktionieren nur in Verbindung mit Sauerstoff.

Die aerobe Schwelle beschreibt den Belastungszustand des Körpers, an dem die Bereitstellung von Energie noch vollständig durch die Verbrennung von Fett und Kohlenhydrat (Glykogen) in Verbindung von Sauerstoff erfolgt.

Im anaeroben Bereich steht nicht mehr genügend Sauerstoff zur Verfügung. Die Energiegewinnung ohne ausreichend Sauerstoff, beispielsweise für kurze Sprints, nennt man Glykolyse. Diese spielt sich zwar doppelt so schnell wie die Verbrennung mit Sauerstoff ab, hat aber die Nachteile der nur sehr kurzen Energiegewinnung und der Bildung von Milchsäure (Laktat). Bewegt man sich ständig im anaeroben Bereich kommt es bei verbrauchtem Kohlehydratspeicher zu einem starken Leistungsabfall und durch die verstärkte Bildung von Laktat zu Muskelbrennen.

Durchschnittlich liegt die Grenze zum anaeroben Stoffwechsel zwischen 80% und 90% der max. HF (siehe Artikel „Maximale HF).

Trainingseffekte wie die Verbesserung der kapillaren Durchblutung führen zu einer höheren Pumpleistung des Herzens bei gleicher Herzfrequenz. Das Ergebnis ist eine bessere Sauerstoffversorgung und ein längeres Training im areoben Bereich. Da im aeroben Bereich vor allem die Fettverbrennung abläuft verliert man schneller überflüssige Kalorien. Wer also vor allem Pfunde verlieren will, sollte regelmäßig (!) im aeroben Bereich trainieren.