spezielle Sportgetränke?


Ob man für Training und Wettkampf wirklich spezielle Sportgetränke braucht, lässt sich pauschal nicht beantworten.
Die Werbungen der Hersteller von Sportgetränken sind während der "Trainingsjahreszeiten" recht aufdringlich und die Aussage, dass es bei Verwendung von Sportgetränken nicht zu Mangelerscheinungen kommt, stimmt ja noch halbwegs.

 

Das Versprechen von Leistungssteigerungen gehört aber eher in den Bereich der Fabeln. Steigerungen erzielen vor allem die Hersteller der Getränke in Form von Gewinnen.


Zugegebener Weise sind die Werbespots aber auch sehr gut gemacht und wenn sie dazu führen dass man sich mehr bewegt, ist das ja auch schon ein Effekt. Der psychologische Aspekt ist eben nirgens so ausgeprägt wie im Gesundheits- oder Sport/Fitnessbereich.

Für "normal" trainierende Sportler sind spezielle Sportgetränke meist nicht nötig. Hier reicht es die durch Schwitzen verlorene Flüssigkeit und Mineralien mit einem Getränk aus Wasser, etwas Saft und 2-3 Prisen Salz auf 1 Liter zu ersetzen (siehe Artikel "Schwitzen beim Training"). Dabei den Saftanteil möglichst gering halten, da es bei hohen körperlichen Belastungen durch die Säure im Saft zu Magenreizungen kommen kann.


Über die Trinkmenge gibt es viele Meinungen. Richtig ist sicher, schon vor dem Durstgefühl zu trinken. Das ist übrigens auch im "normalen" Leben richtig. Dabei gilt: wer trinkt was ihm schmeckt, trinkt meistens auch ausreichend.

 

Wer dennoch nicht auf Sportgetränke verzichten möchte, hier eine Übersicht über deren Zusammensetzung und Wirkungsweise:

Der Begriff "Sportgetränk" ist nicht genau definiert. Meist werden aber isotonische Getränke als Sportgetränk bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind Elektrolytgetränke oder einfach ISO- Getränke und damit meist Mischungen aus Wasser, Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Aromen.
Isotonisch ist eine der Einteilungen von Sportgetränken anhand des osmotischen Drucks. Dieser wiederum definiert die Geschwindigkeit, mit der die Molekülteilchen durch die Wände des Dünndarms in den Blutkreislauf gelangen, wie schnell und in welcher Form also die aufgenommene Flüssigkeit dem Körper zur Verfügung steht.


Über die Höhe des osmotischen Drucks entscheidet bei Sportgetränken die Menge an wasserlöslichen Stoffen wie Magnesium, Kohlenhydraten und Natrium.

In diesem Zusammenhang ein kurzer Abstecher zum Thema Magnesium: In vielen Köpfen geistert immer noch die Meinung herum, dass Muskelkrämpfe (meist Wadenkrämpfe) durch Magnesiummangel entstehen. Das ist genauso richtig, wie die Aussage, dass Spinat einen besonders hohen Eisenanteil besitzt (also falsch). Durch starkes Schwitzen entsteht ein genereller Mangel an Mineral- und Botenstoffen, welche für die Muskeltraktion verantwortlich sind. Einen tatsächlichen Magnesiummangel gibt es aber nur in Extremfällen, bei einigen Krankheiten und weil die Pharmaindustrie Magnesiumpräperate verkaufen will...

Sportgetränke lassen sich nach ihrem osmotischen Druck in isotonische, hypotonische und hypertonische Getränke unterteilen.

 

Bei isotonischen Getränken ist der osmotische Druck gleich dem des menschlichen Blutes, die Verwertung im Körper geschieht also besonders schnell. Charakteristisch für isotonische Getränke ist deren Vielzahl von Mineralien, Kohlenhydraten und Vitaminen. Alkoholfreies Bier ist z.B. auch isotonisch und wird als Sportgetränk immer beliebter.

 

Hypotonische Sportgetränke haben einen geringeren osmotischen Druck als das menschliche Blut, werden also noch schneller vom Körper aufgenommen. Diese sind dann notwendig, wenn bereits ein hoher Flüssigkeitsverlust eingetreten ist.

 

Hypertone Getränke sollten vor dem Sport unbedingt vermieden werden. Da diese recht magenbelastend sind, kann es bei hohen sportlichen Belastungen zu Erbrechen und Durchfällen kommen. Hypertone Getränke kommen meist in Form von Energy- Drinks und unverdünnter Limonade vor und sollen nach dem Training die verlorene Energie zurückgeben.

 

Fazit:

Extreme sportliche Belastungen wie z.B. ein Marathon, können vom Körper nicht so einfach weggesteckt werden. Der Vorrat an Wasser und Mineralstoffen im Körper ist begrenzt und muss immer wieder aufgefüllt werden. Ob dies durch Sportgetränke erfolgen muss oder ob hier Saftschorlen mit etwas Salz oder auch alkoholfreies Bier ausreichend sind, hängt nicht zuletzt von der Intensität der Belastung und vom vorausgegangenen Nährstoffhaushalt des Sportlers ab. Klar ist, wer schlecht versorgt in Training oder Wettkampf geht, muss dem Körper umso mehr zurückgeben.

Doch auch hier gilt: Keine Wissenschaft daraus machen, sondern probieren, probieren, probieren...